Extra Bold

täglich

►Biergarten

EXTRA BOLD

Carmen Westermeier (Stuttgart/Nürnberg)

18:00 - 20:00 Zugang zum virtuellen Teil der Ausstellung mit VR-Brillen

©Carmen Westermeier

Das Projekt EXTRA BOLD zeigt die Ergebnisse einer andauernden Forschungs- und Recherchearbeit in Form raumübergreifender Installationen mit Komponenten aus Fotografie und Objektkunst sowie VR und Text. Dieser Raum ist idealerweise als Ort der Begegnung, des Lernens sowie Entlernens konzipiert und ergänzt dies durch ein Begleitprogramm.
Inhaltlich stellt das Projekt die Beschäftigung mit dem dicken_fetten Körper, als Körper der Hyper(Un)sichtbarkeit dar.
Alle Körper unterliegen gegenwärtig einer immer währenden Überwachung, dabei variiert die Intensität der Observierung mit der äußeren Erscheinung unserer Körper. Carmen Westermeier versteht die Hyper(Un)sichtbarkeit dicker_fetter Körper als einen Modus des Othering und untersucht, wann Leiber unter einem besonderen Aufmerksamkeitsfokus stehen und wann sie visuell, sozial, individuell ausgelassen werden. Ein besonders Augenmerk liegt dabei auf dem weiblichen* Körper. Seit jeher wird die Amoral des übermäßigen Essens geschlechtsspezifisch vermittelt, beginnend mit dem Sündenfall durch Eva im Schöpfungsmythos. (Kunst-)Historische Beiträge zur Konstruktion eines Norm-Körpers trug Albrecht Dürer mit seinen „Vier Büchern von menschlicher Proportion“ bei und nicht zu vergessen, die Rubens-Frauen in Peter Paul Rubens Gemälde der barocken Malerei. EXTRA BOLD denkt also die westeuropäische Geschichte mit, in der der dicke_fette, weibliche Körper ein Instrument zur Bekräftigung der Race-, Class- und Gender-
Hirarchien wurde. Untersuchungsgegenstände stellen die unterschiedlichen Sphären der Sicht- und Unsichtbarkeiten dar. Diese erstrecken sich von der medialen Präsenz, zum medizinischen Bereich, über das Feld Liebe und Sexualität bis hin zum Aktivismus und Widerstand. Innerhalb dieser Bereiche wird das Othering sowie die strukturelle Diskriminierung besonders deutlich.
Die im Arbeitsprozess entstandenen künstlerischen Arbeiten, entwerfen zum einen Gegenbilder zu den Existierenden, können zum Anderen aber auch widerständig sein. Hier schwindet der vorherrschende, patriarchale Blick, der male gaze und ermöglicht eine emanzipierte Verschiebung unserer Sehgewohnheiten.

©Carmen Westermeier

Carmen Westermeier…

… ist interdisziplinäre Medien- und Performance-Künstlerin, freie Referentin und Aktivistin in Stuttgart. Sie widmet sich im Wesentlichen der feministischen Epistemologie und verfolgt eine körper-politische, künstlerische Praxis. Bisher hat sie sich in ihrer Arbeit vor allemvon einem forschend-kritischen Habitus leiten lassen, den sie innerhalb der neuen Medien, der Fotografie, Video oder in Form von Installationen und Performance Kunst verfolgt. Gezeigt wurden ihre Werke bereits in der CFA Berlin, im Kunstpalais Erlangen, im Cultural Transit in Russland, an der HfBK Hamburg, im Nextex in St. Gallen oder beim Young Urban Performances in Osnabrück.
Unter anderem ist sie registrierte Dozentin bei in.pulse Bayern und kooperiert als freie Referentin mit verschiedenen Initiativen deutschlandweit, zum Beispiel den MusicWomenGermany. Seit 2022 unterrichtet sie an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und forscht zu diskriminierungskritischen Perspektiven in der Kunstdidaktik.
www.carmen-westermeier.de

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